Hallo zusammen, ich nutze für längere Touren gerne ein Navi, früher Garmin, heute Telefon oder Tablet. Beim Motorrad schiebe ich das Tablet einfach in die Kartentasche des Tankrucksacks und habe es damit bestens im Blick. Tankrucksack ist beim Roller problematisch, deshalb habe ich mir was gebastelt. Frei nach dem Motto "Nicht schön, aber funktioniert bestens"
Ein einfacher Motorradpacksack (in meinem Fall von Polo), an der Seite die Reste eines alten Spanngurts mit Blindnieten befestigt.

Durch die Schlaufen des Gurts zwei Klettriemen (mit Metallschnalle zum spannen) gezogen. Das Tablet kommt in einen verschließbaren Plastikbeutel und wird mit den Klettbändern gesichert. USB Stecker rein und die Tüte zugeklipst. Der Touchscreen lässt sich durch die Plastikhülle problemlos bedienen!

Im Packsack unten schwere Dinge wie Werkzeug rein, oben drauf packe ich einen Teil Klamotten oder den Schlafsack. Die Höhe sowie die Form lässt sich so perfekt anpassen. 
Der Packsack steht aufrecht auf der Tankklappe (also doch so eine Art Tankrucksack;-). Platz für die Beine ist genug und richtig in Form gebracht, klemmt er zwischen Sitzbank und Lenksäule. Steht fest und fällt auch nicht um wenn man an der Ampel beide Beide auf dem Boden hat.
Mit aktiviertem GPS und Bildschirm zieht das Tablet seine Batterie sehr schnell leer, deshalb ist eine Stromversorgung übers Bordnetz Pflicht.
USB Steckdosen gibt es viele, manche davon auch wetterfest mit Gummideckel. Leider haben alle ein gemeinsames Problem: Sobald ein USB Stecker eingesteckt wurde, ist es vorbei mit Wasserdicht.
Navi nur bei Sonnenschein ist keine Option, deshalb habe ich mir einen 12V -> 5V Spannungswandler mit USB Ausgang besorgt:

Die Dinger gibt z.B. bei ebay, kosten je nach Anbieter zw. 3,- und 8,-€. Das Modul leistet 15Watt und hat eine Ruhestromaufnahme die sich mit meinen Messmitteln nicht mehr nachweisen lässt. Deshalb kann der Spannungswandler auch dauerhaft angeschlossen bleiben ohne das im Stand die Batterie leergenuckelt wird. Das Modul selbst ist zwar wasserfest, der Anschluß aber nicht. Deshalb habe ich den einfachsten Weg gesucht und es einfach unter der Tankklappe versteckt. Das USB Kabel zum Tablet führe ich oben am Deckel heraus, dort ist eine kleine Einbuchtung im Plastikprofil, passt perfekt. Kabel wird nicht gequetscht und die Klappe ist komplett zu. Bei Nichtgebrauch rolle ich das Kabel zusammen und verstaue es neben der Lenksäule.

Strom unter die Tankklappe zu bekommen ist zum Glück gar kein Problem, es ist nicht notwendig die Verkleidung auseinander zu bauen oder Löcher zu bohren. In der Tankabdeckung gibt es einen Schlitz in den die Verriegelung der Tankklappe greift. Durch diesen Schlitz eine Zwillingslitze (0,75mm² reicht völlig) in Richtung Motorraum schieben. Sitzbank ab, Kabel greifen und am Rahmenrohr mit Kabelbindern befestigen.

In die Plusleitung einen Sicherugshalter setzen, Ringösen aufs Kabel quetschen und direkt an die Batterie anschließen. Eine 3A Sicherung schützt im Fehlerfall vor Kabelbrand.

Das Navi hat immer Strom, ein "Rückschlagen" ist durch den Wandler ausgeschlossen. Ein Telefon passt unter die Tankabdeckung, so könnte man es aufladen ohne Diebstahlgefahr wenn man nicht am Fzg. ist. Diebstahlsicher ist die oben beschriebene Konstruktion natürlich nicht. Auf Reisen habe ich mein Gepäck am Motorrad oder Roller aber sowieso IMMER im Blick, das Tablet mit einer Jacke abzudecken wenn man bei MC Donalds an der Kasse steht geht schnell und reicht normalerweise aus.
Durch die Dauerstromversorgung kann man auch ein altes Tablet mit abgenutztem Akku oder ein ganz billiges Chinateil verwenden. Für Navigation reichts allemal.
Wie gesagt, nicht schön aber praktisch und kostet wenig. Packsack, Wandler, Sicherungshalter summieren sich auf weniger als 25€.
Gruß
MiBo
Nur echt mit Hexagon 125 GTX aus 2002
Gendert von 12"Maxi-Single am 14.Jul.2017 21:39 |