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Popp Stolizei (stop polizei)
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*samlouwal*



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Popp Stolizei (stop polizei), 07 Mar. 2009 19:04


Popp Stolizei (stop polizei)

Gebe nie nach 20:00 einen Brief auf. Nein. Tu es nicht.
Eines Tages kam ich in die Verlegenheit, einen Brief bei einer Institution aufgeben zu mssen. Da ich aber frh am Morgen immer etwas unter Orientierungslosigkeit leide, die sich meist erst nach 1 - 2 Stunden wieder legt, (und mich mit Entsetzen feststellen lsst, dass ich schon wieder auf der Arbeit sitze) lag der besagte Brief natrlich sauber vergessen zu Hause.
Nach der Arbeit wieder daheim, widmete ich mich natrlich erst einmal so trivialen Sachen wie Essen kochen, Bgeln und hnlichem. Als das verdammte Teil wieder in mein Blickfeld geriet, war es schon ca. 21:00. Na gut, dachte ich, ist ja keine Aktion fr die paar Kilometer, in 15 - 20 Minuten bist du wieder da.
Rein ins Auto und los ging‘s. Ich kam allerdings nicht recht weit, da ich in eine Polizeikontrolle geriet. Scheie, aber na gut, ist ja nicht das erste Mal. Als unbescholtener Buerger hab ich mit so etwas auch kein Problem. Man kennt ja die Prozedur.
Dachte ich.
Der Polizist war noch nicht richtig an meinem Fenster angekommen, da hatte ich schon die Papiere aus dem Handschuhfach genommen. Als der Beamte sich meine Papiere durchsieht, fing die Serie der Missgeschicke an. Allerdings zuerst bei ihm.
Bei Regen und 2 Grad Plus trgt jeder Polizist natrlich pflichtbewusst seine vom Staat gesponserten Handschuhe. Dass sich mit den dicken Teilen zwei so kleine Lappen wie mein Fhrerschein und der Fahrzeugbrief nur schwer unter Kontrolle halten lassen , leuchtet aber sogar mir ein. Prompt fllt ihm doch der Fahrzeugschein in den Dreck der nassen Fahrbahn. Er murmelt eine Entschuldigung und bckt sich, um den nassen Wisch aufzuheben. Mein Gott, das ist doch nicht so schlimm, denke ich und versuche die ‘peinliche‘ Situation mit einem leichten Witz zu entschrfen. ‘Kein Problem‘, sage ich, ‘ich hab noch einen anderen.‘
Der Blick in seinem Gesicht, als er wieder hochkam, sagte mir jedoch, dass er den Witz dann doch nicht verstanden hatte.
‘Bitte ffnen Sie den Kofferraum‘, bekam ich als Antwort.
‘Der ist schon offen‘, meinte ich und stieg aus. (Zentralverriegelung, oder was?)
Das ffnen des selbigen besiegelte allerdings mein Schicksal. Da ich es seit langer Zeit gewohnt bin, meine eigenen und die Autos meiner Schwester zu reparieren, fhre ich eine Tasche mit diversen Werkzeugen bei mir. Schon seit Jahren. Dummerweise hatte sich der Schliegurt dieser Tasche irgendwann gelst und selbige hatte, wahrscheinlich in einer derben Kurve, beschlossen, ihren Inhalt vllig Hemmungslos in den Kofferraum zu kotzen.
Bis hierhin noch kein Problem. Stolz zeige ich auf Warndreieck und Verbandskasten, was der Polizist neben mir mit einem leichten Nicken quittierte. Seine Aufmerksamkeit galt jedoch dem kleinen Grtelmesser, dass an Jahr und Tag friedlich mit den anderen Werkzeugen in der Tasche weilt. Er zieht es hervor und betrachtet es voller Unglauben.
‘Aber, aber das ist ja beidseitig geschliffen‘, stammelt er.
Scharfer Beobachter denke ich. Laut sage ich aber nur: ‘Ja, und?‘
‘Das ist nicht erlaubt. Das ist ein Versto gegen das Waffengesetz‘, ruft er triumphierend aus. Meine Augenbrauen ziehen sich merklich nach oben. ‘Seit wann das denn?‘, will ich wissen.
Aber er war mit dem heiligen Teil schon unterwegs zu seinem Kastenwagen.
Da die Helden zu viert waren, wendete ich mich an den neben mir stehenden Beamten.
‘Und jetzt?‘
‘Er wird das Messer berprfen und ihr Kennzeichen abfragen‘.
‘Ach was‘, sag ich. ‘Mein Pilz-Messer? Interessant.‘ Die blde Frage, ob er mein Kennzeichen nach Englisch-Vokabeln abfragen will, erspare ich mir.
Endlose Minuten vergehen, in denen wir zu dritt im Regen stehen. Der vierte Mann hatte sich mit dem Triumphator(das ist der Beamte, der mein Messer fand) und meinem Messer in den Wagen verzogen.
Nach einer Weile tauchte er wieder auf und bat mich, ihn auf die Wache zu begleiten.
‘Wozu soll das denn gut sein?‘, will ich wissen.
Er meinte, er habe mit den Kollegen auf der Wache gesprochen und die htten gesagt, er solle das gefhrliche Messer nebst Besitzer zur berprfung mit auf die Wache bringen.
‘Aha.‘
Ich parke also meine Karre und steige mit der ganzen Mannschaft in den hell erleuchteten Transporter ein. Auf der Fahrt lassen sie natrlich das Licht im Inneren des Wagens an. Damit auch jeder schn sieht, welcher Depp gerade mitgenommen wird. Aber na gut.
Ich sa mit dem Rcken zur Fahrtrichtung und bekam deshalb nicht mit, wohin wir eigentlich mal fuhren. Nach einer Weile fragte ich mich, wo, zum Teufel, wir sind.
Ich kenne alle Dienststellen in unserer kleinen Stadt und realisierte gerade, dass wir uns noch nicht einmal in der Nhe einer solchen befanden. Nicht dass ihr jetzt denkt, ich bin ein abgefeimter Wiederholungstter, oder so.
Nein, lustigerweise arbeitet meine Schwester bei der Kripo und daher kenne ich eben die Dienststellen. Zwar nicht von innen, aber ich wei wo sie sind.
Dumm nur, dass die vier Helden sie nicht kannten. Die Helden waren nmlich aus Nrnberg und hatten keinen Plan, wo sie sich gerade befanden. Als ich mich umdrehte und nach vorne blickte um die Richtung festzustellen in die wir gerade fuhren, sah ich dass der Beifahrer einen Stadtplan auf seinen Knien ausgebreitet hatte. ‘Auweia‘, dachte ich mir.
Hilfsbereit wie man eben so ist, frage ich mein Gegenber im hinteren Teil des Wagens, zu welcher PI wir den unterwegs seien. ‘Ist es die VPI oder die in der ***Strasse?‘
Er berlegt ein wenig und dann freut er sich auf einmal.
‘Ja genau, die in der ***Strasse‘, kam die Antwort.
Alles klar, denke ich und drehe mich um, um dem Fahrer Anweisungen zu geben, wohin er zu fahren hat. Hinter mir hre ich ein gemurmeltes: ‘Ist das peinlich‘, und gebe ihm im Stillen Recht.
Man muss sich das mal berlegen. Ich werde wegen meines Pilzmessers ‘verhaftet‘, doch die Beamten, die mich auf die Wache verschleppen sollen, wissen nicht wo diese Wache eigentlich mal ist.
Wie auch immer...
In der betreffenden Strasse angekommen, stellte sich heraus, dass es die falsche Dienstelle war. Ich schenkte dem Polizisten mir gegenber einen vorwurfsvollen Blick und wandte mich wieder nach vorne um.
‘Gibt es zu ihrer Dienststelle auch einen passenden Straennamen?‘, frage ich.
Er nennt mir den Namen und ich schlage mir die Hand vor die Stirn, da wir seit ber 10 Minuten in die falsche Richtung fahren.
Also dirigiere ich den Fahrer zurck und zur (hoffentlich) richtigen PI.
Nach einer Odyssee von mehr als 20 Minuten und mehreren gemeingefhrlichen Abbiege-Manvern, der Fahrer hat immer wieder hartnckig versucht in eine andere Richtung zu fahren, schlagen wir endlich vor der gesuchten Dienststelle auf. Na Halleluja.
Also alle Mann raus mit Hurra und rein in die warme Stube.
Das vermeintlich terroristische Attentats-Messer tapfer in Hnden haltend ging der Triumphator allen voran in die Wache hinein. Ich wurde im ‘Empfangsraum‘ abgestellt. Zusammen mit dem Wachhabenden der PI und der einzigen Frau aus der Kontrollgruppe.
Ich konnte noch beobachten, wie sie auf dem Gang zu dritt um mein erbrmliches Messer herum standen und groen Kriegsrat hielten. Kurz darauf sind sie alle abgerauscht und wurden nie mehr gesehen. Zumindest fr eine Weile.
Wir stehen da also gemtlich in dem kleinen Vorraum und harren der Dinge, die da kommen mgen. Der Wachhabende klappert auf einer Schreibmaschine, die Lady in ihrem langen, weien Lack-Bademantel mit den hbschen Orangen Streifen passt auf mich auf. Oder so.
Nach zehn Minuten wird mir aber langweilig und ich frage einfach mal ins Blaue hinein, was an einem Pilzmesser denn so schlimm sei.
Der Wachhabende sieht mich an und meint: ‘Das Messer, das der Kollege vorhin mitgebracht hat?‘
‘Aye‘, besttige ich.
Doch er winkt nur ab und lchelt ganz leicht. ‘Das sah weder nach einem Springmesser, noch nach einem Fallmesser(was auch immer das ist) aus. Das ist wahrscheinlich nichts.‘
Gut, denke ich. Ich muss heute nmlich noch wohin.
Zu frh gefreut.
Pltzlich blickt er hinter seiner Schreibmaschine auf und sieht mich konzentriert an. ‘Sie sagten, dass sei ihr Pilzmesser? Sie sammeln also Pilze?‘
‘Genau‘, besttige ich nochmals. ‘Im Wald‘, fge ich hinzu. Nur um sicher zu gehen.
‘Aha. Haben sie schon einmal von Haluzinogenen gehrt?‘
‘Wie bitte? Von wem?‘
Er sieht mich scharf an und bittet die Kollegin, eine Reihe der Deckenbeleuchtung zu lschen. ‘Haben sie eine Taschenlampe?‘, fragt er sie. Als sie verneint, berlegt er kurz und verschwindet dann im Nebenraum.
Ich dachte, er kommt nur mit so einer kleinen Funzel wieder, da mir allmhlich schwante, was das werden sollte.
Leider hatte er wohl keine kleine Funzel finden knnen. Er kam auch nicht mit einer normalen Stablampe, oder einem hnlichen Teil zurck.
Nein, nein. Er kam mit etwas zurck, das aussah, als htte es im Zweiten Weltkrieg neben einer Flak gestanden und dazu gedient, den Himmel auszuleuchten. Den Boden des Teils bildete ein Batteriefach, das so gro war, dass ein Pelikan bequem darin htte brten knnen und die Lampe selbst hatte den ungefhren Durchmesser eines Fuballs.
Ein wenig verngstigt fragte ich mich, ob er mich damit vielleicht rntgen will.
‘Schauen sie bitte auf meine Schulter‘, bittet er mich und legt mit beiden Hnden den Hebel der Lampe um. Die Baustahlmatten in der Decke wurden in dem Augenblick sichtbar und ich frchtete um mein Augenlicht. Oder wenigstens den Verlust groer Teile meiner Netzhaut.
Nachdem er mich damit aus allen mglichen Positionen angeleuchtet hatte, schaltete er das Monster mit einem hrbaren ‘Sirrrrr‘ wieder aus und trug es zurck in den Kfig.
‘Und? Habe ich den Test bestanden?‘, fragte ich in die Dunkelheit hinein. Ich war leider immer noch halb blind.
Er lchelte schief. ‘Wenn jemand Haluzinogene nimmt, dann ziehen sich die Pupillen bei hellem Licht zusammen. Daran erkennt man es zum Beispiel‘, erklrte er mir.
Ach so.
Bei dem grellen Licht htte es mich allerdings nicht gewundert, wenn meine Augen ganz abgehauen wren.
Nach weiteren zehn Minuten wurde mir wieder langweilig und ich beschlo, mich nach dem Verbleib meines Messers und dem daran hngenden Polizisten zu erkundigen.
‘Entschuldigen sie‘, begann ich meine Frage. ‘Machen die mit meinem Messer erst noch einen ballistischen Flugtest, oder wie?‘
Er sieht mich an und der Schalk blitzt in seinen Augen auf. ‘Na ja‘, meint er. ‘Wir haben da hinten eine Teststrecke. Auf der wachsen Pilze. Und wenn das Messer die Pilze mit einem mal durchschneidet, dann wissen wir, dass es ein Pilzmesser ist.‘
Glcklicherweise bin ich nicht aufs Maul gefallen und daher bringt mich die Antwort nicht im geringsten aus dem Konzept. Im Gegensatz zu seiner Kollegin, die mit deutlich sichtbaren Fragezeichen um ihren Kopf ratlos im Raum steht.
Scheinbar sind Pilze nicht mehr gro in Mode.
‘Hoffentlich wachsen da auch welche‘, uere ich ein wenig besorgt, ‘um diese Jahreszeit.‘ Schlielich haben wir gerade mal Mrz.
‘Wir werden sehen.‘ meint er und einer seiner Mundwinkel zuckt leicht nach oben.
Kurze Zeit spter schlgt allerdings der Triumphator wieder auf. Sichtlich enttuscht und mit hngenden Schultern. ‘Wir haben sie berprft, und da sie sich weder frher, noch in letzter Zeit haben etwas zu schulden kommen lassen, geht alles ok.‘ Er reicht mir mein Messer und bittet mich, es doch zuknftig nicht mehr in Kofferraum des Wagens zu verwahren.
Na gut, sage ich. Kein Problem. Allerdings strt mich das schon etwas, da ich mich jetzt nach einem neuen Pilzmesser umsehen kann. Und da ich keine Lust habe, die Dinger mit den Fingerngeln aus der Erde zu kratzen, werde ich bei nchster Gelegenheit wahrscheinlich wieder auf Probleme stoen. Habe keine Lust, mir ein noch kleineres Messer zuzulegen.
‘Und jetzt?‘, frage ich ihn.
‘Wir fahren wieder raus und nehmen sie mit zu ihren Wagen.‘
Dein Glck, denke ich mir. Das war die richtige Antwort.
‘Das wre nett‘, meinte ich. ‘So spare ich mir einen Weg.‘
Leider kuckte er nur verstndnislos. Er hatte auch diesen Witz nicht kapiert.
Ich wnschte dem Wachhabenden noch einen schnen Abend und schlo mich den anderen an.
Also gut, dann eben alle wieder rein in den Transporter. Es rgert mich allerdings, dass die blde Innenraumleuchte noch immer an ist. Wie gesagt, es muss mich ja nicht gleich jeder sehen. Die Leute ziehen bei so etwas ja im Allgemeinen immer die falschen Schlsse.
Die Stadtrundfahrt am Anfang noch in Erinnerung, beschlo ich, diesmal nichts zu sagen. Sollen sie doch selbst sehen, wie sie wieder zurck kommen.
Prompt standen wir an der ersten Ampel und die Diskussion ging los. Ha!
Aber ich habe tapfer geschwiegen.
Glcklicherweise konnten sie sich auf die richtige Richtung einigen. Und siehe da, nach wenigen Minuten waren wir am Ziel.
Der Wagen hlt, ich schiebe die Tr auf und steige aus. Da der Triumphator auf dem Beifahrersitz sich aber beeilt hatte aus dem Wagen zu kommen, um mir dir Tr zu ffnen, wre ich ihm fast noch auf die Fe gesprungen. Etwas schreckhaft zuckt er zurck. Nun ja, das war ohnehin nicht sein Tag.
Er murmelt ein paar Worte und entlsst mich in die Freiheit.
Um es ihm nicht so schwer zu machen, setze ich mein freundlichstes Lcheln auf und blicke in die Runde.
‘Also gut‘, meine ich. ‘Dann vielen Dank fr‘s mitnehmen und noch viel Spass.‘
Doch der Triumphator schaut mich wieder nur verwundert an und bringt den Mund nicht auf.
Er hatte den Witz schon wieder nicht kapiert.
Nach ber einer Stunde konnte ich meinen Weg nun endlich fortsetzen.
Ich bin ber diese Aktion aber nicht im geringsten verrgert. Im Gegenteil. Das Ganze hat mich in hchstem Mae amsiert.
Leutz, ich schwr euch, diese Geschichte ist wahr. Auch wenn es nicht so aussieht.
Aber sie stimmt. Mit allen Kommentaren und so weiter. Auch das mit der ‘Teststrecke‘ war die originale Antwort des Beamten. Ein Lob an seine Schlagfertigkeit. Der Mann ist mir sympatisch

Gruss Walter
Der mit den Zwei-hexen.Richtig und falsch Takt.Und beide Fliegen wieder.
Fher hatten die Hexen Bessen,heute fahren sie Hexagon

Skype



 
     
Hexenschrauber



6527 Beitrge

RE: Popp Stolizei (stop polizei), 07 Mar. 2009 21:58


Hej Walter . hast Dich super verhalten . Diese Vgel machen gnadenlos von Ihren rechten gebrauch ,wobei ich sagen mu,dass Du ein feststehendes Messer nicht in der Fahrgast zelle mitnehmen darfst ,nur im Kofferraum nur fr Handwerk,u .Sportzwecken ,so wie bei mir meine Angelmesser ,die meine Angeltasche regelmig durchsuchen . Hast keine rechte mehr ,auch nicht in Deinem Auto .Aber so ein schner Beitrg werde ich demnchst mal schreiben ber meine Hausmuse ,mal sehen wieviel zeilen ich hinbringe .Walter machs gut ,lass Dich nicht knikken Geru Karl-Heinz. wn_k. wn_k. wn_k.
 
     
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