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Howto: Motor lwechsel fr Anfnger
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Howto: Motor lwechsel fr Anfnger, 25 Aug. 2017 13:01


Hallo zusammen,

habe heute meinen ersten Ölwechsel an einem Roller vorgenommen. Früher bekamen meine Roller ihr Öl nur in den Tank, deshalb war das neu für mich. Bei meinen Motorrädern habe ich den Service auch immer selbst gemacht, sollte also kein Hexenwerk sein, oder doch ? SRY wg. dem Wortspiel

Das Öl im LEADER Motor sollte lt. Hersteller alle sechstausend Kilometer oder einmal im Jahr gewechselt werden. In der Werkstatt kostet der Service ca. 60€ und kaum eine wechselt das Öl bei Betriebstemperatur. Deshalb mache ich sowas gerne selbst. Alle Angaben beziehen sich auf den Motor der 125er GTX, bei der 180er wird die Ölmenge abweichen, der Rest dürfte gleich sein. Die luftgekühlte LX4 ist ähnlich. Der 250er Honda Motor der GT ist komplett anders aufgebaut (z.B. kein Ölfilter), dazu kann ich nichts sagen.

Zeitaufwand inkl. Vorbereitung und Aufräumen: Gemütlich: 2 Stunden oder Zügig: 45 Minuten

Materialkosten pro Öl-/Filterwechsel mit Kleinkram: ~18,-€

Was wird gebraucht ?

Material:

  • 2l vollsynthetisches Öl 5W-40 >= API SL, ACEA A3, JASO MA
  • Ölfilter, z.B. von HIFLOFILTRO HF-183
  • Putzlumpen
  • Einmalhandschuhe

Werkzeug:

  • Ölfilterschlüssel z.B. von hier
  • 24er Nuss mit Verlängerung
  • Ratsche
  • Drehmomentschlüssel oder Gefühl im Arm
  • Auffangbehälter fürs Öl
  • Trichter zum Einfüllen
  • Bremsenreiniger

Wie wirds gemacht ?

Den Roller warm fahren, mindesten 10 flotte Kilometer sollten es im Sommer schon sein.

Das Öl läuft am besten wenn es noch warm ist, zu heiß ergibt verbrannte Finger, deshalb ca. 30 Minuten nach der letzten Tour warten. Dann ist auch der Krümmer kalt, ein spürbarer Vorteil ;-)

In der Zwischenzeit einen schönen Platz zum Schrauben suchen, in meinem Fall war das die Garage auf der selbstgebauten "Hebebühne". Roller auf den Hauptständer stellen, auf möglichst ebenen Untergrund achten.

Die breite Seite einer leeren 1L Ölflasche mit einem Teppichmesser aufschneiden, so wird daraus ein AltÖl-Auffangbehälter.

Auffangbehälter und Lappen bereithalten. Filter und Ölablassschraube sind in Fahrtrichtung auf der rechten Seite, gleich neben dem Hauptständer zu finden.

Los gehts: Den Ölfilter lösen, Inhalt in den Auffangbehälter abgießen.

Auffangbehälter unter die Ölablassschraube stellen, Schraube mit 24er Nuss lösen, und dann per Hand vorsichtig aufdrehen bis das Öl zu laufen beginnt. Auf die Ablassschraube gehört ein O-Ring, manchmal bleibt der im Gewinde der Ölwanne hängen oder fällt genau ins Altöl. Der O-Ring wird später noch gebraucht, also danach suchen, oder gleich aufpassen. Die sich am Boden ausbreitende Öllache mit den Putzlumpen sorgfältig aufnehmen, das am Hauptständer entlanglaufende Öl abwischen. Fürs nächste mal ein Stück Plastik als Spritzschutz zwischen Ständer und Ölschraube zurecht schneiden um die Sauerei zu verhindern. Das Sieb unter der Ölschraube herausziehen, mit Lumpen und alter Zahnbürste vorsichtig säubern. Pause machen, die Schwerkraft braucht auch was zu tun. In der Werkstatt warten sie wahrscheinlich fünf Minuten, ich warte bis es nicht mehr tropft, ca eine Stunde.

Den Bereich rund um Filter und Ölschraube reinigen, darauf achten, dass keine Fussel oder Dreck in den Motor kommen. Ölschraube sauber machen, den O-Ring mit einem Tropfen Öl einreiben. Das Filtersieb einsetzen bis es einrastet, die Ölschraube vorsichtig per Hand ein paar Umdrehungen einschrauben, Schraube nicht verkanten. Dann mit dem Drehmomentschlüssel auf ca. 24Nm anziehen.

Neuen Ölfilter auspacken, und zu dreiviertel mit Öl füllen, um beim ersten Start den Öldruck schneller aufzubauen. Den O-Ring des Filters einölen, Filter einsetzen und handfest drehen. Mit einem Lappen Filterpatrone säubern damit der Ölfilterschlüssel nicht abrutscht, den Filter fest anziehen.

Öl Peilstab herausdrehen und das restliche Öl (aus der bereits offenen Flasche, nicht die gesamten zwei Liter!!!) einfüllen. Ölstab wieder einsetzen und Motor starten, die Öldrucklampe sollte innerhalb weniger Sekunden ausgehen. Nach zehn Sekunden Motor abstellen, ausgelaufenes Öl unter dem Motor mit Putzlappen aufnehmen und entsorgen. Lautes Fluchen ist optional möglich. Den Bereich rund um Ölfilter und Ölschraube nochmals penibel reinigen, mit Q-Tipps kommt man auch gut in die Ecken. Der Bremsenreinger spült den alten Öldreck der letzten Jahre sehr gut raus, reichlich verwenden aber nicht einatmen! Motor nochmal eine Sekunde laufen lassen und dann schauen ob es an der Ölschraube oder am Filter rausläuft. Ölfilter noch zwei Umdrehungen weiter einschrauben und fürs nächste Mal eine passende Nuss besorgen und den Drehmomentschlüssel zum festziehen verwenden.

Ca. 300ml Öl nachfüllen, Motor 30 Sekunden laufen lassen, dabei auf Ölflecken unter dem Motor kontrollieren. Fünf Minuten abwarten damit das Öl wieder in die Ölwanne zurückfließen kann und den Ölstand mittels Peilstab prüfen, ggf. auffüllen.

Boden nochmals ordentlich sauber machen, Roller auf den Seitenständer stellen und auch die Ständerfüße von Ölresten beseitigen damit keine Tropfen auf Reifen oder Bremse kommen.

Altöl in die nun leere Ölflasche kippen und zusammen mit dem Kassenzettel (als Altöl!) zurückgeben wo es gekauft wurde. Ölfilter an der Tankstelle, Öllappen im Restmüll entsorgen. Wer 100% korrekt sein will, gibt seine Lappen beim Sondermüll ab. Ich finde das Quatsch, unser Hausmüll wird verbrannt und daraus Energie erzeugt, also was solls.

Sorry wenns oben etwas satirisch geworden ist, aber vielleicht ist der Bericht ja doch eine Hilfe für jemanden der den Ölwechsel noch nie gemacht hat. Ein paar Kleinigkeiten noch: Das Öl habe ich bei (nicht lachen!) Kaufland besorgt. Die bieten dort eine Eigenmarke für 8€ und Liqui Moly für 15€ an. Beide Öle erfüllen die gleichen Spezifikationen, ich danke man kann ruhig das günstigere Öl verwenden. Für einen korrekten Ölwechsel ohne Katastrophen werden 1,1 Liter benötigt, also sind zwei Flaschen notwendig.

Den Ölfilter bekommt man problemlos bei ebay oder amazon, kostet ca. 7,-€

Der Ölfilterschlüssel ist für die Filterpatrone zu groß, man kann das Stahlband aber problemlos kürzen. Faule Leute (so wie ich) legen ein Stück Holz dazwischen, das klappt auch.

Warum habe ich den Filter nicht gleich richtig fest gezogen ? Weil ich schon mal (in grauer Vorzeit) eine Ölablassschraube überdreht habe. Seitdem gehe ich an empfindliche Teile nur mit dem Drehmomentschlüssel ran. Der Ölfilter hat aber keine Möglichkeit einfach eine Nuss aufzusetzen, das Ding hat einen Schlitz. Deshalb habe ich den Filter zuerst nur Handfest und eine halbe Umdrehung mit Schlüssel angezogen. Ich muss mal schauen wo ich so eine spezial Nuss für den Filterschlitz besorgen, oder wer mir sowas machen kann. Sollte eigentlich kein Problem sein aus einem Flacheisen und einer alten Nuss...

Fotos habe ich keine gemacht, Öl und Optik - das verträgt sich nicht.

Gruß

MiBo

Nur echt mit Hexagon 125 GTX aus 2002
 
     
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