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Hauptmann Koepenick



RE: Gründliche Reinigung des Kraftstoffsystems, 28 Sep. 2019 16:04


Ja, und noch etwas.

Man muss damit rechnen, dass nach der Reinigung diverse Undichtigkeiten auftreten. Deshalb bereits vorbeugend alles besorgen, was offensichtlich ist.

  • Neue Schläuche und passende Schlauchschellen bzw Kabelbinder. Achtung: Baumarkt-Schlauchschellen  sind ungeeignet, da sie ungleichmäßig anpressen.
  • O-Ringe für die Zinkguß-Tankstutzen (4 Stück; dann reicht es auch für den 2T-Öltank) Artikelnummer bei HT: 739809
  • Benzinfilter
  • Vergaser Dichtsatz (in meinem Fall für Mikuni VM20, mit 2 O-Ringen)
  • Optional: Beide Vergaser-Ansaugstutzen aus Elastomer; der Austausch empfiehlt sich auch, wenn die Altteile noch dicht sind, aber schon hart. Mit neuen, elastischen Stutzen geht die Montage des Vergasers richtig gut. Bezugsquelle ist HT und Scooter-Center.de

Und noch ein Anfänger-Vergaser-Tipp: lasst die Finger vom Gasschieber und der Nadeldüse. Man kann beim Zusammenbau diverse Kleinigkeiten übersehen und falsch machen. Außerdem gibt es da nichts zu richten. Beim Vergaser immer entspannt, konzentriert und genau am sauberen Arbeitsplatz schaffen. Sehr genau hinschauen. Keine Federn, Scheiben, Düsen usw. wegspringen lassen.  Tip: Alle Teile in einem Eierkarton geordnet ablegen.

LG,
W.Vogt




Geändert von Hauptmann Koepenick am 29.Sep.2019 8:48
 
     
TedMosby



RE: Gründliche Reinigung des Kraftstoffsystems, 27 Sep. 2019 17:15


Vielen Dank für die ausführliche Anleitung. Da kommt im Winter was auf mich zu. 

Viele Grüße

Torsten


 
     
Hauptmann Koepenick



Gründliche Reinigung des Kraftstoffsystems, 27 Sep. 2019 16:35


Hallo Gemeinde,

für die, die nach mir kommen und neu dabei sind, möchte ich einmal zusammenfassen, wo die zahllosen Schmuddelecken des Kraftstoffsystems sind.

Ganz offensichtlich ist Superbenzin aggressiv; das sieht jeder, der sich über die angefressenen Messingteile im System nicht wundert.  Ich tanke keinen Super E10, weil der hohe Alkoholanteil darin noch korrosiver ist. Und ich werde das System vor dem Einwintern entleeren. Viélleicht hat noch jemand eine andere Idee?

Ich fange von hinten an:

Vergaser: Die Revision eines Vergasers ist in ebendem Beitrag von Erwin ersichtich. "Vergaser Revision" Chapeau und danke! Anzumerken ist hier, dass die, die ohne Ultraschall auskommen müssen, an Grenzen kommen, besonders die Chokedüse und der dahinter liegende Kanal ist unzugänglich und kann nicht gereinigt werden, sondern nur etwas durchgeblasen. Bekommt der Choke trotz aller Bemühung nicht genug Sprit, könnte eine neue Schwimmerkammer fällig werden, in der seitlich dieses System haust (In einem kleinen seitlichen Pfännchen). Eine echte Schmuddelecke ist der Messing- Einlaufbogen und das Gehäuse vor dem Schwimmerkammer Nadelventil, das unbedingt auszubauen ist. Den Bogen und den Hohlraum kann man ganz gut mit einem Wattestäbchen oder Pfeifenreiniger säubern oder mit einem aufgedröselten Rest Bowdenzug nach Art der Schornsteinfegers durchputzen.

Ausgleichsbehälter AGB bei EX Hexen: im Auslaufstutzen aus Zinkguß gammelt es kräftig Weißrost, zudem gibt es dort einen weithin verborgenen Filter. Deshalb diesen Stutzen ausbauen und putzen, ebenso dessen Kunststoff-Muffe. Achtung: hier gehört ein O-Ring unters Filterchen.  Meiner fehlte.

Benzinpumpe: diese zerlegen und picobello von Ablagerungen befreien.  Sie sitzt hinter dem Kraftstoffilter, deshalb ist es meistens nicht Grobes. Dennoch dankt sie es durch sichere Funktion der Ventilklappen. Ihr Material scheint hochweriger als das italienische Glump, es korridiert kaum.

Ab hier geht es weiter wohl nur nach dem Abnehmen des hinteren rechten Panels, und des linken und Tunnels, wenn man an den Tank will.

Benzinfilter: Der muss gewechselt werden und sieht meist verheerend aus, weil er schlecht zugänglich ist. Das erstmalige Wechseln des Kraftstofffilters wird daran scheitern, dass die Schläuche komplett verhärtet sind und ihn bombenfest halten.

Schläuche: alle Schläuche wechseln, sobald sie hart oder bereits gebrochen sind. Die alten PVC  Schläuche vertragen auf gar keinen Fall modernes Benzin. Deshalb welche aus dem Autozubehör nehmen, die E10-fest sind. Vor der Demontage alle Schläuche in der Lage fotografieren! Statt der vorhandenen Schlauchklemmen kann man auch sehr schön dünnere Kabelbinder nehmen, denn die sind rostfrei, aus PP und benzinfest  und "one size fits all". 

Tankauslaufstutzen: da die ZWEI  (L/ R) Tankstutzen auch aus Zinkguss sind, sammelt sich dort auch Weißrost an Deshalb müssen sie nach Entleerung des Tanks beide ausgebaut werden und gründlich nach der Schornsteinfegermethode geputzt werden; ebenso die 2 Filter und das Tauchrohr rechts. Es sind im Prinzip identische/ ähnliche Teile mit dem AGB Stutzen.

Tank: Den kann man schlecht eingebaut  oder ausgebaut reinigen.  Aber man kann ihn inspizieren, Dazu den Tankgeber ausbauen (Bajonettverschluss, gg Uhrzeigersinn etwa 20 Grad drehen) und ausleuchten. Will man ihn reinigen, was durchaus sinnvoll sein kann, dann könnte man ihn eventuell eingebaut kärchern. Danach Trocknen mit einem Schwapp Alkohol, der ist sehr hygroskopisch und absorbiert Wasser sofort.  Geschüttelt, nicht gerührt. Das habe ich aber nicht gemacht. ich habe ihn ausgebaut und zigmal mit Biodiesel ausgeschwenkt. Aber das hat nicht verhindert, dass sich im ersten Benzin danach wieder eine Menge Dreck gelöst hat. Vielleicht hat jemand noch einen bessere Idee?

Ich schätze den Aufwand für diese Kur erstmals auf mindestens 3h, eher 5h, weil viel abgebaut werden muss, um zum Tank vorzudringen.

Allerdings ist dann der ganze Vergaserärger danach wirklich Vergaserärger. Ich habe ihn mindestens 6-mal Aus-und eingebaut und zerlegt, Dann kannte ich alle Schmuddelecken des Systems. Und ich kann mir jetzt vorstellen, wie viel Dreck sich in 24 Jahren und 23000 KM sammelt

Lieber Gruß,

Vogt Willi.


 
     


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